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Fokus Wirtschaft: Es ist Zeit für Inklusion

29. September 2016 | 14:57 Autor: Agentur CM Creative Österreich, Tirol

Innsbruck (A) Fokus Wirtschaft: inklusiv//innovativ machte in Innsbruck Station. Rund 80 Tiroler Wirtschaftstreibende informierten sich über Förderungen und kostenlose Unterstützungsleistungen, dank derer die Inklusion von Menschen mit Einschränkungen in das Arbeitsleben erfolgreich umgesetzt werden kann.

Gleich drei selbst betroffene Menschen zeigten, dass eine Behinderung keineswegs eine verminderte Leistung oder gar Arbeitsunfähigkeit bedeutet. Ganz im Gegenteil: Mit KR Mag. Julian Hadschieff, CEO der PremiQaMed Group, und Mag. Günter Porta, Geschäftsführer Orthopädika, referierten zwei erfolgreiche Unternehmensgründer, wie sie im Berufsleben stehen und was die Knackpunkte bei der Beschäftigung von Menschen mit Einschränkungen sein können. Mag.a Maria Joas gab Einblicke in ihren Arbeitsalltag in der Rechtsabteilung der Landwirtschaftskammer Tirol und erzählte eindringlich, wie schwierig es für sie war, trotz guter Noten einen adäquaten Arbeitsplatz zu finden. Dabei sei es dank einer Vielzahl an technischen Hilfsmitteln mittlerweile sehr einfach, sich als blinder Mensch zurechtzufinden. Ihr Appell ans Auditorium: „Haben sie den Mut, Behinderungen zu überwinden, und geben sie den Menschen, die hinter der Behinderung stehen, eine Perspektive und die Chance, Ihr Unternehmen zu bereichern.“

Richtig eingesetzt, so der Tenor aller Vortragenden, sind Menschen mit Behinderungen vollwertige Arbeitskräfte. Dies bestätigte auch Mag. (FH) Bernhard Hofer von Bellutti: „Das Erfolgsrezept ist, den richtigen Menschen für den jeweiligen Job zu finden. Wenn Arbeitsplätze klar definiert sind und man sich damit auseinandersetzt, wie sich die MitarbeiterInnen ins Team integrieren, dann ist Inklusion eine relativ einfache Aufgabe.“

Und dass es tatsächlich einfach ist, präsentierte Mag. Matthias Zitterbart von DAKA mit dem Projekt Relectro. „Mit dem Recyceln von Elektro-Geräten wurden Jobs für Menschen mit Behinderungen bei uns geschaffen. Zusätzlich ist das Projekt gut für die Umwelt und kommt sozial schwächeren Menschen zugute, da die Geräte über das Rote Kreuz wieder verkauft werden.“  

1.000 Euro Ersparnis pro Monat
Dass hinter Inklusion auch knallharte wirtschaftliche Überlegungen stehen können, verdeutlichten Mag. Wilfried Fink, Stv. Leiter des Sozialministeriumservice Tirol, sowie Mag.a Rita Verest-Zach vom AMS Tirol, den Anwesenden: „Statt monatlich 251 Euro oder mehr an Ausgleichstaxe zu zahlen, kann jedes Unternehmen mehr als 1.000 Euro pro Monat durch die Anstellung eines behinderten Menschen mit Begünstigung sparen“, so Fink. Und Verest-Zach ergänzte: „Eingliederungs- oder Kombilohnbeihilfen können bis zu 950 Euro im Monat ausmachen.“

Dafür, dass die Eingliederung in das Unternehmen dann klappt und die MitarbeiterInnen gesund bleiben, sorgt das vielfältige Leistungsangebot des NEBA-Netzwerkes sowie die fit2work Betriebsberatung.  Vom Coaching bis hin zu Maßnahmen für ein gesundes Arbeitsklima reicht hier die Palette der kostenlosen Unterstützungsangebote.

Arbeitsmarktlage spricht für Inklusion
Insbesondere in Tirol wäre die Zeit reif, Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen ins Arbeitsleben zu integrieren. Denn gegen den Bundestrend geht in Tirol die Arbeitslosenquote weiter zurück. Die Zahl der unselbständig Beschäftigten stieg laut AMS im 1. Halbjahr 2016 auf 321.255 Personen. Das bedeutet einen Anstieg von +4.950 oder + 1,6 Prozent. Die Zahl der arbeitslos vorgemerkten Personen ging im Halbjahresdurchschnitt um 5,8 Prozent zurück. Die Arbeitslosenquote für das erste Halbjahr 2016 betrug in Tirol 6,7 Prozent (erstes Halbjahr 2015: 7,2 Prozent), während sie österreichweit auf 8,1 Prozent stieg. Nur die Anzahl der arbeitslosen Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen stieg trotzdem.

FOKUS WIRTSCHAFT: inklusiv//innovativ zeigt, dass diese Personengruppe in der Lage ist, Leistung zu erbringen und Unternehmen auch finanzielle Vorteile erhalten können. Nach den Referaten hatten die rund 80 TeilnehmerInnen aus der Wirtschaft die Gelegenheit, sich mit den Experten und Expertinnen an 15 Stationen im Ausstellungsbereich auszutauschen. So konnten an Ort und Stelle gleich die richtigen Kontakte für die Zukunft geknüpft werden. Für das leibliche Wohl sorgte dabei das Interspar-Restaurant Innsbruck, Sillpark. SPAR beschäftigt seit Jahren Menschen mit Behinderungen und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet.

Unterstützung bei der Bekanntmachung der Veranstaltung leisteten der Tiroler Landesverband der Gehörlosenvereine, die Produktionsschule Tafie, der ÖZIV Tirol, der Kriegsopfer- und Behindertenverband KOBV, der Verein Emmaus, der Blinden- und Sehbehindertenverband Tirol, das Holzbauteam Tirol und der pro Holz Cluster, die Architektenkammer Tirol, die Grüne Wirtschaft Tirol, der Wirtschaftsverband Tirol sowie der Sparkassenverband.

Über die  Unternehmensinitiative FOKUS WIRTSCHAFT
FOKUS WIRTSCHAFT: inklusivinnovativ wird 2016/2017 in jedem Bundesland angeboten und sollte für innovative und zukunftsorientierte Unternehmen ein Pflichttermin sein. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung unter www.fokus-wirtschaft.at ist jedoch notwendig. Nächster Bundesländertermin ist Dornbirn am 8.11.2016 (Schwerpunkt Lern- und Leistungsschwäche).


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Sozialministeriumservice – Landesstelle Tirol

Herzog-Friedrich-Straße 3, 6020 Innsbruck, Österreich
+43 512 563 101-0

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