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Die Führungsspitzen der Handelskammer Bozen, Michl, Ebner, der Wirtschaftskammer Tirol, Jürgen Bodenseer, und der Handelskammer Trient, Giovanni Bort (v.l.), sprachen heute in Innsbruck über die aktuelle Sitaution der Euregio. (Foto: WKT)

Führungsspitzentreffen der drei Handels- und Wirtschaftskammern der Euregio zum Thema Brennergrenze

24. Feber 2016 | 16:33 Autor: WKT Österreich, Tirol

Innsbruck (A) In Innsbruck fand ein Treffen zwischen den Führungsspitzen der Wirtschaftskammer Tirol, der Handelskammer Bozen und der Handelskammer Trient statt. Sie sprachen über die geplanten Kontrollen der Brennergrenze und ihre Forderungen an die Politik, um die befürchteten negativen Auswirkungen des Grenzmanagements für die Wirtschaft und die Bevölkerung der Euregio einzudämmen.

Die drei Kammerpräsidenten, die gesamt mehr als 100.000 Unternehmen vertreten, sprechen sich bei ihrem Treffen in Innsbruck für die Verlagerung der Kontrollen, der sog. Hot-Spots, in den Süden Italiens aus. Die Einschränkung des freien Personen- und des freien Warenaustausches durch die Kontrollen am Brenner würde die Wirtschaft und die Bevölkerung erheblich beeinträchtigen und wäre ein großer Rückschritt für die gesamte Europaregion. „Deshalb müssen wir die Kontrollen weiter in den Süden verlagern, damit es nur zu kleinen Beeinträchtigungen kommt“, sagt WK-Präsident Jürgen Bodenseer.

Giovanni Bort, Präsident der Handelskammer Trient erklärt: „Es bringt nichts, sich hinter dem Vorwand der Diplomatie zu verstecken. Die Entscheidung aus Wien ist sehr besorgniserregend und untergräbt in Zeiten der Not eines der grundlegenden Prinzipien, das der europäischen Einigung zugrunde liegt: den freien Waren- und Personenverkehr. Diesen in Frage zu stellen oder einzuschränken, geht mit dem Risiko einher, die bisherige Dynamik zu unterbinden und die Erholung der Wirtschaft des alten Kontinents weiter einzudämmen“.

Weiters werden große Nachteile für den Tourismus und die einheimische Bevölkerung erwartet, wenn der freie Personenverkehr eingeschränkt werde. Handelskammerpräsident Michl Ebner dazu: „Es müssen geeignete Lösungen für die touristische Hauptsaison gefunden werden. Die Wartezeiten müssen so gering wie möglich gehalten werden, um Unannehmlichkeiten für die Reisenden zu vermeiden. Es kann zum Beispiel mehr Personal für die vorgelagerten Kontrollen am Brenner eingesetzt werden.“ Präsident Ebner schlägt außerdem vor, das ehemalige Zollgelände Sadobre bei Sterzing für die Lkw-Kontrollen und die Flächen nach der Mautstation in Sterzing für die Pkw-Kontrollen zu nutzen. „Wenn man dazu noch die Zufahrt auf die A22 bei Brennerbad schließt, hätte man einen geschlossenen und gesicherten Autobahn-Korridor von Sterzing bis zum Brenner“, schlägt Ebner vor.

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