< Zurück zur Übersicht

Roman Eberharter, Georg Posch, Josef Freisinger, Andrea Borrmann, Siegfried Zarfl, Josef Thaler, Rita Verest-Zach, Angelika Alp-Hoskowetz, Harald Schneider, Bernhard Achatz und Julia Ager-Gruber (v.l.n.r.) informierten die zahlreichen BesucherInnen

Inklusion: Gut für Tiroler Unternehmen

18. Juni 2018 | 08:52 Autor: Agentur CM Startseite, Tirol

Innsbruck (A) Knapp 80 Wirtschaftstreibende informierten sich in der Wirtschaftskammer Tirol in Innsbruck bei der Veranstaltungsreihe FOKUS WIRTSCHAFT: inklusiv//innovativ über Förderungen und kostenlose Unterstützungsleistungen zur Integration von Menschen mit Beeinträchtigungen in den Arbeitsmarkt.

 „Wir freuen uns sehr, dass die Wirtschaft ein so hohes Interesse an der Veranstaltung hatte und dass die erstmals angebotenen Workshops so gut angekommen sind“, erklärte Mag.a Angelika Alp-Hoskowetz, Leiterin der Landesstelle Tirol des Sozialministeriumservice (SMS), nach der Veranstaltung. FOKUS WIRTSCHAFT: inklusiv/innovativ, die gemeinsame Event-Serie des SMS und der Wirtschaftskammern, machte nach 2016 gestern zum zweiten Mal Station in Innsbruck.

In ihrer Keynote gab Andrea Borrmann Einblick in ihr Leben und ihre Motivation. Die aus Deutschland stammende begeisterte Rolli-Tänzerin musste aufgrund einer Erkrankung von ihrem Wunschberuf Lehrerin Abstand nehmen. Nun arbeitet sie als Rezeptionistin und Trainerin in Tirol und strich hervor, „dass Menschen mit Behinderungen, da sie oft auf Barrieren stoßen, besonders flexibel und motiviert sind, weil sie sich vielen Herausforderungen zu stellen haben. Ihr Durchhaltevermögen ist enorm.“
Darüber, wie sie Menschen mit Behinderungen Berufs- und Arbeitschancen geben, erzählten VertreterInnen der Unternehmen Sandoz/Novartis, Reca – Posch Georg Ofen Fliesen, Freisinger Holzbau, Betten Eberharter sowie brennweit medienproduktion. Josef Freisinger, Inhaber der Unternehmensgruppe Freisinger, stellte mit Josef „Sepp“ Thaler einen Mitarbeiter mit Behinderung vor, der bereits seit 37 Jahren im Unternehmen beschäftigt ist. „Inklusion hat Tradition bei Freisinger. So bekommen wir immer sehr engagiertes, sehr fleißiges und sehr unkompliziertes Personal, das auch viel zum guten Betriebsklima beiträgt“, so Freisinger.

Ein höchst gelungenes Beispiel für Inklusion in seinem Betrieb stellte Georg Posch, Geschäftsführer von Reca – Posch Georg Ofen Fliesen, vor: „Obwohl wir mit nur 15 Beschäftigten nicht dazu verpflichtet sind, haben wir vor fast zehn Jahren mit Stephan Prantl einen wertvollen Mitarbeiter gewonnen, und es ist sehr schön zu sehen, welch tolle Entwicklung er durchlaufen hat.“ Geheimnis des Erfolges ist das harmonische Verhältnis zwischen Lagerleiter Hermann Neuner und Prantl, der Autist ist.
Roman Eberharter, Geschäftsführer von Betten Eberharter, zeigte anhand von vier Beispielen aus seinem Unternehmen, dass Inklusion manchmal gut funktioniert, manchmal jedoch selbst mit der besten Unterstützung auch von außen nicht zu bewerkstelligen ist. „Ohne Motivation, zu arbeiten, geht es einfach nicht.“

Auch Valentin Sysel, Inhaber der brennweit medienproduktion, müsste keinen Menschen mit Beeinträchtigung beschäftigen, tut es aber gerne. „Denn“, so seine Frage, „macht es nicht Sinn, Personen zu suchen, deren Schwächen im Vorfeld bekannt sind, die aber Stärken, Motivation und bisher ungenutztes Potenzial mitbringen, die für das Unternehmen von großem Vorteil sein können?“
Mag. Julia Ager-Gruber, Head Diversity & Inclusion bei Sandoz/Novartis Austria, erklärte schießlich, „dass Diversität und Inklusion (D&I) entscheidend für unseren langfristigen Erfolg sind. Diversität bedeutet: Wir haben MitarbeiterInnen, die unterschiedlichste Erfahrungen, Perspektiven und
Ansätze in ihre Arbeit einbringen. So können wir Patienten und Patientinnen sowie unseren Kunden und Kundinnen kreative und effektive Lösungen anbieten und gleichzeitig die besten Talente für uns gewinnen. Wir leben Diversität und Inklusion in Bezug auf Nationalität, ethnische Zugehörigkeit, Geschlecht, sexuelle Orientierung und Religion – bei allem, was wir tun.“

Welche externen Unterstützungsmöglichkeiten es gibt und wo überall helfend eingegriffen werden kann, diskutierten VertreterInnen von SMS, AMS, fit2work, NEBA und der Wirtschaftskammer am Beispiel von Josef „Sepp“ Thaler. Wie bereits oben erwähnt, ist er langjähriger Mitarbeiter in der Unternehmensgruppe Freisinger.

Nach dem Info- und Best-Practice-Seminar hatten alle Event-TeilnehmerInnen aus der Wirtschaft die Gelegenheit, sich mit den Experten und Expertinnen an zehn Stationen im Ausstellungsbereich auszutauschen. So konnten an Ort und Stelle gleich die richtigen Kontakte für die Zukunft geknüpft werden.

Erstmals wurden bei der Veranstaltung in Innsbruck auch zwei halbstündige Workshops zu den Themen Hörbehinderung sowie Mobilitätseinschränkung angeboten, die rege in Anspruch genommen wurden. Besonderen Anklang fand der „Altersanzug“, mit dem Bewegungseinschränkungen simuliert werden können.

  • Andrea Borrmann hielt die Key Note
    uploads/pics/Key-Note_Borrmann.jpg
  • Am Podium 1 informierten Josef Thaler, Mitarbeiter bei Freisinger Holzbau, Harald Schneider, MSc, Arbas Arbeitsassistenz, Mag. Siegfried Zarfl, fit2work Betriebsberatung, Mag. Rita Verest-Zach, AMS Tirol, Mag. Bernhard Achatz, WK Tirol und Mag. Angelika Alp-Hoskovetz, SMS Tirol (v.l.n.r.), über Unterstützungsangebote für Tiroler Unternehmen
    uploads/pics/Podium_1_Thaler_Schneider_Zarfl_Verest-Zach_Achatz_Alp-Hoskovetz.jpg
  • Die Best Practice Beispiele am Podium 2 kamen von Josef Freisinger, Freisinger Holzbau, Georg Posch, Reca – Posch, Valentin Sysel, brennweit medienproduktion, Roman Eberharter, Betten Eberharter sowie Julia Ager-Gruber, Sandoz/Novartis (v.l.n.r.)
    uploads/pics/Podium_2_Freisinger_Posch_Sysel_Eberharter_Ager-Gruber.jpg

Sozialministeriumservice – Landesstelle Tirol

Herzog-Friedrich-Straße 3, 6020 Innsbruck
Österreich
+43 512 563 101-0

Details


< Zurück zur Übersicht