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Die Mitglieder der Fachkräfteplattform trafen sich heute erstmals im Landhaus (1.R.v.l.): Lehrlingskoordinator Roland Teißl, LRin Patrizia Zoller-Frischauf, LRin Beate Palfrader, WK-Vizepräsident Martin Felder und (2.R.v.l.) AK-Präsident Erwin Zangerl, IV-Präsident Reinhard Schretter und LR Johannes Tratter (Foto: Land Tirol / Sax)

Tiroler Fachkräfteoffensive: Lehrlingskoordinator und Fachkräfteplattform

28. Jänner 2016 | 09:54 Autor: Land Tirol Österreich, Tirol

Innsbruck (A) Rückläufige Lehrlingszahlen, ein sich abzeichnender Fachkräftemangel und eine angespannte Situation am Arbeitsmarkt – diesen Entwicklungen tritt das Land Tirol seit Anfang 2015 mit der Tiroler Fachkräfteoffensive entgegen. Neben der Etablierung eines Lehrlingskoordinators richtete die Tiroler Landesregierung im Zuge dieser Maßnahme nun auch eine eigene Fachkräfteplattform ein.

Mit im Boot sitzen hierbei der Landesschulrat für Tirol (LSR), die Arbeiterkammer Tirol (AK), die Wirtschaftskammer Tirol (WK) sowie die Industriellenvereinigung Tirol (IV). Das gemeinsame Ziel: Lust auf Lehre machen. Am Mittwoch trat das Gremium erstmals zusammen.

„Die duale Ausbildung ist und bleibt die wirksamste Waffe gegen Jugendarbeitslosigkeit. Daher haben das Land Tirol, der Landesschulrat für Tirol wie auch die Sozialpartner in den letzten Jahren zahlreiche Lehrlingsinitiativen gesetzt“, betont LR Johannes Tratter. Durch die Fachkräfteplattform werden diese Partner enger vernetzt sowie Lehrlingsmaßnahmen koordiniert und gesteuert. „Doppelgleisigkeiten werden damit vermieden und die vorhandenen Kräfte gebündelt“, so der Arbeitslandesrat weiter.

Potenziale der Lehre aufzeigen
„Die Vorteile und Berufschancen einer praxisnahen Berufsausbildung sind den vielen jungen Menschen und vor allem deren Eltern oft zu wenig bewusst“, begründet Bildungslandesrätin und Amtsführende LSR-Präsidentin Beate Palfrader den Beschluss der Landesregierung den Landesschulinspektor für das Berufsschulwesen, Roland Teißl, als eigenen Lehrlingskoordinator einzusetzen. Dessen Aufgaben: alle Systempartner vernetzen, die Potenziale der Lehre verstärkt aufzeigen, neue Zielgruppen gewinnen und die verschiedenen Lehrlingsinitiativen aufeinander abstimmen. „Motivierte und qualifizierte junge Menschen braucht das Land, aber auch die heimische Wirtschaft“, unterstreicht LRin Patrizia Zoller-Frischauf die vielfältigen Chancen bis hin zum eigenen Unternehmen.

Kräfte bündeln, Partner vernetzen
Der Fachkräfteplattform gehören neben LH Günther Platter, LR Tratter, LRin Palfrader und LRin Zoller-Frischauf auch AK-Präsident Erwin Zangerl, IV-Präsident Reinhard Schretter, WK-Vizepräsident Martin Felder und der Lehrlingskoordinator an. Roland Teißl zeigt sich erfreut: „Als wesentlicher Teil der von der Tiroler Landesregierung beschlossene Fachkräfteoffensive kann die Fachkräfteplattform Tirol einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung der Berufsschancen der Jugend und den Fachkräftebedarf der Wirtschaft auch in Zukunft leisten.“ Im Bereich der Lehrlingsinitiativen wird das Gremium von einer Arbeitsgruppe bestehend aus VertreterInnen des Landes, der AK Tirol, der WK Tirol, dem AMS Tirol, des LSR, der IV Tirol sowie der Arbeitsmarktförderungsgesellschaft mbH mit Ausbilderforum unterstützt.

Statements:

Erwin Zangerl, Präsident der Arbeiterkammer Tirol:
„Die Arbeiterkammer hat seit jeher die duale Ausbildung massiv unterstützt und gefördert. Wir sehen unsere Arbeit in dieser gemeinsamen Plattform bestätigt. Wenn wir alle unsere Kräfte bündeln, können wir das Erfolgsmodell Lehre noch weiter verbessern und damit gute Berufschancen für die Jungen schaffen sowie den Standort Tirol zukunftsfähig machen.“

Reinhard Schretter, Präsident der Industriellenvereinigung Tirol:
„Wesentliches Fundament, auf welchem Unternehmen bauen, sind motivierte und gut ausgebildete Menschen. Bei der Ausbildung des Nachwuchses waren Leitbetriebe und industrielle Produktionsunternehmen in Tirol immer Vorreiter. Die Demographie, leider auch ein gewisser Imageverlust der Lehre, lässt Lücken entstehen, die zur Wachsamkeit mahnen. Facharbeitermangel – das ist ein Begriff, der Fehlentwicklungen aufdeckt und Neuorientierung fordert. Gemeinsam gilt es weiterhin, die Vorteile eines Lehr- und Fachberufes aufzuzeigen. Es ist auch das Verdienst der dualen Berufsausbildung, dass gerade in Österreich, Deutschland oder der Schweiz die Jugendarbeitslosigkeit weit geringer ist als in anderen Ländern.“

Martin Felder, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Tirol:
„Es ist es auf der einen Seite ein Glück, dass Tirol überhaupt einen Fachkräftemangel hat. Wir haben Gott sei Dank viele Betriebe, die tatsächlich händeringend gut qualifiziertes Personal suchen – es aber leider in vielen Fällen in Tirol nicht finden. Das Problem ist dabei nicht nur die demographische Entwicklung. Die Anforderungen der Wirtschaft und die Qualifikation der Bewerber passen nicht zusammen. Das ist das Problem! Damit erklärt sich auch das Phänomen des herrschenden Fachkräftemangels bei gleichzeitig steigender Arbeitslosigkeit. Ich setze deshalb auf die Ernsthaftigkeit und den gemeinsamen Willen der Fachkräfteplattform, denn nur gemeinsam werden wir diese Herausforderung für den Standort Tirol meistern und unsere Betriebe im Land halten können.“

    Amt der Tiroler Landesregierung

    Eduard-Wallnöfer-Platz 3, 6020 Innsbruck, Österreich
    +43 512 508-0

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