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Antonio Romero, Oro del Camello

Oro del Camello: Andalusisches Olivenöl trifft auf österreichische Küche

18. März 2021 | 09:52 Autor: Viktoria Preining | WIRTSCHAFTSZEIT Tirol, Wien, Steiermark, Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich, Kärnten, Schweiz, Burgenland, Liechtenstein, Deutschland, Startseite, Vorarlberg

„Ich bin ein Träumer, wäre ich kein Träumer, hätte ich diese Geschichte nicht angefangen“, sagt der Wahlösterreicher Antonio Romero. Mit der „Geschichte“ meint er „Oro del Camello“, qualitativ hochwertiges Olivenöl aus seiner Heimat Andalusien, das er in Österreich vertreibt. Faire Preise für die Olivenbauern und die Österreicherinnen und Österreicher mit seinen Ölen begeistern – das ist seine Mission.

Wo die Liebe hinfällt! Im Fall von Antonio Romero hat sie ihn nach Österreich verschlagen. Gemeinsam mit seiner Frau – einer gebürtigen Oberösterreicherin – lebt er in Vorarlberg. In seiner Heimat Andalusien ist er aber noch immer tief verwurzelt – im Herzen und geschäftlich. Gemeinsam mit seinen drei Geschäftspartnern vertreibt er hochwertiges Premium Olivenöl von den Bauern Andalusiens in Österreichs. Wie es dazu kam und was seine Öle so besonders macht – Antonio Romero stand der Wirtschaftszeit Rede und Antwort.

Wie aus einer Hassliebe Liebe wurde
Geboren in der Schweiz, wo er auch einen großen Teil seiner Kindheit verbrachte, zog Antonio mit elf Jahren gemeinsam mit seinen Eltern in deren Heimat Andalusien. Schon seine Großeltern hatten einen Olivenhain: „Anfangs war es eine Hassliebe, die dann zur Liebe wurde. Als Teenager mussten wir immer am Olivenhain arbeiten. Ich wollte aber nicht wie die Bauern am Land arbeiten und wäre lieber mit meinen Freunden unterwegs gewesen. Andererseits gab es da aber auch viele schöne Erlebnisse mit meinem Opa, an die ich immer noch gerne zurückdenke. Erst später habe ich die Natur und die Schönheit der Landschaft zu schätzen und zu lieben gelernt“, so der Olivenöl-Sommelier, der auch studierter Tourismusmanager und Dolmetscher ist. „Als meine Mutter den Olivenhain meiner Großeltern erbte, war uns klar, dass wir mit den Oliven etwas Tolles machen wollen. Da entstand die Idee, mit dem Vertrieb von Olivenöl in Österreich“, sagt der 39-jährige Andalusier. Hinter dem Verkauf des hochwertigen Öls steckt aber auch soziales Engagement. „Andalusien ist eine der ärmsten Regionen im EU-Raum. Die Stadt Alcalá la Real aus der meine Eltern kommen ist selbst für Andalusien arm. 20.000 Menschen leben dort und lange Zeit gab es nur eine Fabrik. Der Rest war Land. Viele Bauern leben noch immer vom Olivenverkauf, was oft ein Verlustgeschäft ist. Mit unserer Initiative wollen wir erreichen, dass die Bauern einen angemessenen Lohn für ihre Arbeit bekommen. Dafür müssen sie auf die Qualität achten, das ist unsere Vision“, so Romero, der im Moment vier Sorten des Öls im Sortiment hat. „Die Oliven kommen von den Hainen meiner Mama, meines Onkels, meines Bruders und meines Schulkollegen. Ab dem nächsten Jahr haben wir auch einen benachbarten Biobauern im Boot. Dadurch können wir ab 2022 auch Premium Bio-Olivenöl anbieten. Die Leute bekommen durch meinen Verkauf in Österreich mehr, als wenn sie den gewöhnlichen Weg gehen würden.“

Ein Öl mit vielen Besonderheiten
Die Frage was seine Öle von herkömmlichen Ölen aus dem Supermarkt unterscheidet, kann Antonio Romero mit einem Wort beantworten: „Alles.“ Lediglich der Name sei gleich. „Wenn man eine Flasche unseres Öls öffnet, eröffnet sich eine Welt von Aromen und der Geschmack ist einfach einzigartig. Bei uns kommt alles von kleinen Bauern, die genau wissen, was mit jedem einzelnen Baum passiert. Der Olivenhain meiner Mama umfasst zum Beispiel 170 Bäume, es gibt keinen intensiven Anbau“, so Romero. „Wir unterscheiden uns von herkömmlichen Olivenölen aber auch darin, was die Entlohnung der Bauern betrifft, da liegen Welten dazwischen. Bei uns bekommen die Bauern zwischen 30 und 50 Prozent mehr.“

Oro del Camello – Das Gold des Kamels
Der Name von Romeros Olivenölen hat eine besondere Geschichte. „Oro del Camello“ heißt „Das Gold des Kamels“. Der Andalusier hat uns auch erklärt warum: „Bei unserem Olivenhain gibt es einen Berg mit einer Steinformation die aussieht wie ein Kamel. So ist der Berg zu seinem Namen gekommen: Berg des Kamels.“ Bis Dezember letzten Jahres hatte Romero nur einen Geschäftspartner – seinen Bruder Rubén, er studierte Landwirtschaft und lebt in Andalusien. Er ist für all das verantwortlich, was vor Ort passiert. Seit Jänner arbeiten neben Antonio und Rubén die Vorarlberger Michael Halbeisen “El MIKA” und Thomas Wieländner “El Willi” im Unternehmen, die unter anderem für das Marketing, den eCommerce-Bereich und den Social Media-Auftritt zuständig sind.

Wie geht’s weiter?
„Wir wollen die Österreicherinnen und Österreicher für unser Öl begeistern und DIE Adresse in Österreich sein, wenn die Frage nach Olivenöl kommt“, sagt Romero. „Die Olivenöle am Markt sind meist mild, unsere Öle sind fruchtiger und kräftiger. Wir haben aber auch ein mildes im Sortiment. Nächstes Jahr kommt ein ganz mildes. Es ist uns bereits gelungen, dass immer mehr Menschen den Schritt zu kräftigeren Ölen machen, weil sie den Geschmack lieben. Wir wollen Qualität nicht nur verkaufen, sondern auch den Leuten die Unterschiede zeigen. Außerdem möchten wir mehr Bauern in Andalusien dazu animieren, qualitativ hochwertiges Olivenöl zu erzeugen, unser Sortiment erweitern und in der Gastronomie Fuß fassen“, sagt Antonio.  Bereits nächstes Jahr will er drei Sorten mehr anbieten. Die Öle können online bestellt werden. Außerdem gibt es Vertriebsstellen in Oberösterreich, Tirol, Vorarlberg und der Schweiz. Ein halber Liter kostet 13,90 Euro. „Andere Öle mit vergleichbarer Qualität, die im Delikatessenladen zu finden sind, kosten ungefähr das Doppelte. Wir wollen nicht nur fair gegenüber den Bauern, sondern auch gegenüber den Konsumenten sein“, so Romero.

Ob er seine Heimat vermisst? „Ich bin sehr glücklich in Vorarlberg und allgemein in Österreich und wurde hier sehr gut aufgenommen. Aber natürlich vermisse ich meine Heimat, vor allem die Menschen dort. Das war einer der Gründe für den Vertrieb unseres Olivenöls. So habe ich zwei bis drei Mal im Jahr, einen Grund, um zu meinen Leuten zu fliegen.“

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Oro del Camello GmbH

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