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Jürgen Bodenseer (Bild: Fotowerk)

Achtung! Erfolgs- und Wohlstandsalarm

07. Mai 2014 | 08:44 Autor: WKT Tirol

Innsbruck (A) Die Tiroler Wirtschaft entwickelt sich stabil. Für die nächsten Monate sind aber die Erwartungen im  Tourismus, bei den Dienstleitern und in der Bauwirtschaft rückläufig. Präsident Jürgen Bodenseer fordert deshalb mehr Rückenwind für die Wirtschaft durch die Politik und unternehmerische Rahmenbedingungen für die Betriebe.

Die Tiroler Wirtschaft präsentiert sich im Frühjahr 2014 stabil: 34 Prozent der Unternehmen sind mit der aktuellen Geschäftslage zufrieden, das TOP Tirol Konjunkturbarometer liegt stabil bei 34 Prozentpunkten. „Warum ich dennoch von Wohlstandsalarm spreche?“, so WK-Präsident Jürgen Bodenseer heute bei der Präsentation des aktuellen Konjunkturbarometers. „Weil wir seit 2004 an Wertschöpfung verlieren und Gefahr laufen, den vierten Platz im Bundesländerranking an die Steiermark zu verlieren.“

Das Konjunkturbarometer untermauert die Einschätzung Bodenseers. Insbesondere der Dienstleistungsbereich, eine der tragenden Säulen der Tiroler Wirtschaft, hat für die nächsten drei Monate gedämpfte Erwartungen: Nur 13 Prozent gehen von einer guten Geschäftslage aus. Gleichzeitig haben 14 Prozent negative Erwartungen. Vor einem Jahr war die Zahl Optimisten doppelt so groß. Deutlich mehr Zuversicht strahlt der produzierende Bereich aus: 29 Prozent rechnen bis zum Sommer mit guten Geschäften, sechs Prozent gehen von einer Verschlechterung der Geschäftslage aus.

Der Tourismus ist mit seiner Prognose deutlich zurückhaltender: Die Zahl der Pessimisten überwiegt um 15 Prozent. „Wir haben im Winter gewaltige Einbrüche erleben müssen“, sagt der WK-Präsident und bezieht sich auf die Nächtigungsrückgänge im gesamten Frühjahr. „Da kommt im Marketing, der Bewerbung und der Erschließung neuer Märkte viel Arbeit auf uns zu!“

„Die Wirtschaft braucht mehr Rücksicht und Rückenwind“, fordern Präsident Bodenseer und WK-Direktorin Evelyn Geiger-Anker als Resultat aus der stagnierenden Entwicklung. Das zarte Pflänzchen Wohlstand braucht Rückenwind, entsprechend müssen die Rahmenbedingungen für das Unternehmertum in Tirol verbessert werden. „Das geht von der wirtschaftlichen Gesinnung in der Verwaltung, wie man Unternehmen und ihre Anliegen in den Behörden behandelt, über die Erleichterung von Betriebsnachfolgen und Betriebserweiterungen, der drohenden Ausweitung der Gefahrenzonenpläne, bis hin zur Etablierung einer internationalen Schule“, fasst Präsident Bodenseer zusammen.

Nur wenn die Rahmenbedingungen unternehmerischer gestaltet werden und erhalten die Betriebe mehr Freiräume und weniger Fesseln erhalten, kann der Wohlstand in Tirol gesichert werden, können neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Dazu muss auch der Bund mit einer strukturellen, sozial ausgewogenen und wohl überlegten Steuerreform seinen Beitrag leisten. „Und die brauchen wir jetzt, und nicht erst 2016 oder noch später“, sagt Bodenseer. Anders als Finanzminister Michael Spindelegger ist Bodenseer überzeugt, dass eine Steuerreform nicht Geld kosten, sondern durch die steigende Nachfrage und neue Arbeitsplätze vielmehr zusätzliche Einnahmen für die Staatskasse bedeuten würde.

Die kritische Einschätzung der Unternehmen in der TOP Tirol-Konjunkturumfrage und die Entwicklung der Bruttowertschöpfung sollten laut Präsident Bodenseer Mahnung genug sein, rasch die Rahmenbedingungen zu verbessern: „Sonst werden wir vom Erfolgs- zum Auslaufmodell!“

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