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Prof. Brettschneider: "Die Menschen kommen heute schneller an Informationen und haben bessere Vergleichsmöglichkeiten. Mündigere Kunden stellen höhere Anforderungen."

Beamtendeutsch und Fachchinesisch erweisen sich als Effizienzkiller in Unternehmen und Behörden

18. April 2018 | 09:32 Autor: wikopreventk Startseite, Vorarlberg

Bregenz (A) Verständliche Sprache steigert nicht nur die Kunden- und Bürgerzufriedenheit, sondern auch die Effizienz. Denn klare Schreiben reduzieren die Nachfragen in den Betrieben und in der Verwaltung um bis zu 30%. Dies zeigen Untersuchungen in Unternehmen, die ihre Sprache auf Verständlichkeit überprüft und optimiert haben.

Schachtelsätze statt Klartext
Wer den Inhalt eines Textes schneller versteht, kann die Botschaften besser akzeptieren und hat weniger Nachfragen. Oft stehen diesem Ziel aber ein unfreundliches Beamtendeutsch oder unverständliches Fachchinesisch im Weg. Auch lange Schachtelsätze oder sperrige Passivformulierungen machen es unnötig schwer, den Inhalt eines Textes zu verstehen. Und verhindern damit eine effektive Kommunikation mit dem Kunden oder dem Bürger. Genau dieser fordert aber immer mehr Transparenz und Verständlichkeit, wie es der Sprachexperte Prof. Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim erläutert: „Mit dem Siegeszug der digitalen Medien hat sich auch das Kundenverhalten verändert. Die Menschen kommen heute schneller an Informationen und haben bessere Vergleichsmöglichkeiten. Mündigere Kunden stellen höhere Anforderungen. Dazu kommt, dass viele Menschen Texte nur noch überfliegen, egal ob Internet-Treffer oder Behördenbrief.“

PISA-Test für Erwachsene
Dies unterstreicht auch die PIAAC-Studie, besser bekannt als der „PISA-Test für Erwachsene“. Darin zeigt sich, dass die durchschnittliche Lesekompetenz von Erwachsenen in den Industrieländern lediglich 273 von 500 möglichen Punkten erreicht. Die Werte für Österreich (269) und Deutschland (270) liegen sogar noch leicht unter dem internationalen Durchschnitt.

Sprachprojekte für besseren Kundenservice
Viele Branchen haben die Vorteile einer verständlicheren Sprache längst erkannt. Den Anfang machte die Pharmaindustrie, die aufgrund gesetzlicher Vorgaben nur noch dann neue Medikamente zulassen konnte, wenn auch die Beipackzettel verständlich waren. Bald folgten Banken, Versicherungen und zunehmend auch Behörden und Kommunen. Wichtig ist, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Sprachprojekten intensiv zu beteiligen: „Wir empfehlen, das Wissen fest in der Organisation zu verankern. Das gelingt, wenn die Mitarbeitenden von Anfang an in den Prozess involviert sind, ihre Klartext-Regeln und die neuen Textbausteine gemeinsam erarbeiten. Letztendlich geht es um eine neue Ausrichtung auf die Bedürfnisse des Kunden: verbesserten Service durch klare Sprache,“ ist Dieter Bitschnau, Geschäftsführer der Kommunikationsberatung wikopreventk überzeugt.

Klartext-Seminar in Vorarlberg
wikopreventk bietet am 14. Mai in Vorarlberg ein halbtägiges Seminar für Marketing- und Kommunikationsverantwortliche aus Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen an.  Prof. Frank Brettscheider wird Grundregeln und Wirkungsweise verständlicher Sprache vermitteln. Referenten aus der Praxis geben Einblick in ihre Klartext-Projekte im Gesundheitswesen und der öffentlichen Verwaltung. Die Teilnehmer erhalten außerdem Informationen zur Prozessgestaltung von Sprachprojekten und den Einsatzmöglichkeiten innovativer Software-Tools.

Weitere Informationen:
Klartext-Seminar mit Prof. Frank Brettschneider
14. Mai 2018, 14-18 Uhr
Seehotel am Kaiserstrand / Lochau
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