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Anton Rieder (Sprecher des Tiroler Baugewerbes), Landesbaudirektor Robert Müller und Manfred Lechner (Sprecher der Bauindustrie) beleuchteten die Situation in der heimischen Baubranche

Die Tiroler Bauwirtschaft entwickelt sich verhalten

05. Mai 2014 | 15:53 Autor: WKT Tirol

Innsbruck (A) Die aktuelle Tiroler Bauvorschau zeigt, dass sich auch 2014 - trotz einzelner positiver Entwicklungen in Teilbereichen - kein Aufwärtstrend in der Gesamtbranche abzeichnet. Das spiegelt sich beispielsweise im Tiroler Baubudget wider.

„Während es im vergangenen Jahr 2013 noch 1.286 Millionen Euro betragen hatte, wird für 2014 ein Gesamtbudget von 1.237 Millionen Euro prognostiziert. Das entspricht einem Minus von 3,8 Prozent. Die klassisch bauwirksamen Leistungen - das sind direkt an Bauunternehmen zu vergebende Leistungen ohne z.B. Haus- und Anlagentechnik - erreichten 2013 eine Höhe von 980 Millionen Euro. Für das Jahr 2014 werden derzeit 919 Millionen Euro prognostiziert, das entspricht einem Rückgang von 6,2 Prozent“, erklärt Manfred Lechner, Sprecher der Tiroler Bauindustrie.

Die einzelnen Sektoren der heimischen Bauwirtschaft haben sich unterschiedlich entwickelt
So hatte der Bereich öffentlicher Wohnbau 2013 ein Volumen von 263 Millionen Euro und wird von der Tiroler Bauwirtschaft für 2014 derzeit mit 234 Millionen Euro prognostiziert (-10 Prozent). „Dieser Rückgang bereitet uns Sorge, weil gerade der Wohnbau für uns von besonders großer Bedeutung ist“, meint dazu Anton Rieder, Sprecher des Tiroler Baugewerbes. Von der öffentlichen Hand fordert er deshalb mehr Engagement in diesem Bereich. „Immer wieder ist von einer Wohnbau-Offensive die Rede. Tatsächlich ist die Zahl der geförderten Wohneinheiten von 2.600 auf 2.200 pro Jahr zurückgegangen. Hier braucht es dringend eine Trendumkehr.“

Der Bereich Sanierung im Wohnbau hatte 2013 ein Volumen von 65 Millionen Euro und wird nach derzeitiger Einschätzung auf 72 Millionen ansteigen, was einer positiven Veränderung von +10,5 Prozent entspricht. Im Bereich Verkehrswegebau beträgt das derzeitig prognostizierte Volumen 227 Millionen Euro, das entspricht einer Verringerung um -12,9 Prozent zum Jahresvolumen 2013 (260 Millionen Euro). Der Tunnelbau wird hingegen mit einem Zuwachs von +2 Prozent prognostiziert (46 Millionen Euro). Im Bereich sonstiger Tiefbau wird nach derzeitiger Prognose ein leichter Rückgang von -1,6 Prozent erwartet, die prognostizierten klassischen bauwirksamen Leistungen betragen für 2014 177 Millionen Euro.

Aus Sicht des Landes Tirol betont Landesbaudirektor Robert Müller, dass es gelungen sei, die zur Verfügung stehenden Budgets im Großen und Ganzen zu halten. Möglich sei das nur, weil man in den Jahren zuvor zurückhaltend agiert habe, so Müller.

Als das große zukünftige Thema sieht der Landesbaudirektor die Erhaltung: „Es werden die notwendigen Schritte gesetzt, um alle Landesteile möglichst gut erreichbar zu halten.“

Er hofft auch, dass künftig wieder mehr private Mittel losgelöst werden können: „Mittlerweile haben die meisten begriffen, dass das Geld unterm Kopfpolster es auch nicht bringen wird.“

Und in diesem Zusammenhang fordert er den Abbau von bürokratischen Hürden, um Bauvorhaben für die die finanziellen Mittel bereits vorhanden sind, schneller umsetzen zu können.

Die verhalten konjunkturelle Entwicklung der Branche drückt sich auch im aktuellen Ergebnis einer Auftragnehmer-Befragung (Tiroler Baugewerbe und Bauindustrie) aus: Demnach bewerten 43,4 Prozent die aktuelle Geschäftslage des eigenen Unternehmens mit Sehr gut (6,6 Prozent) bis Gut (36,8 Prozent). Für 39 Prozent der Unternehmen ist sie befriedigend und mehr als jedes zehnte Unternehmen (14 Prozent) bezeichnet die aktuelle Geschäftslage als Genügend bzw. weitere 3,7 Prozent als Nicht genügend.

Der Tiroler Baubranchenindex (BBI) zeigt unterdessen im Vergleich zum Herbst 2013 ein kaum verändertes Stimmungsbild. Nach wie vor liegt die Durchschnittsbewertung bei 3,06, also bei der Beurteilung Befriedigend. In der Betrachtung des BBI nach Unternehmen der verschiedenen Beschäftigtengrößenklassen zeigt sich, dass Unternehmen mit 250 und mehr Beschäftigten ein kritischeres Stimmungsbild abgeben als Unternehmen mit weniger Beschäftigten.

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