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Manfred Kräutler

Manfred Kräutler: Service mit System

07. Oktober 2013 | 08:00 Autor: Christiane Mähr / Anzeige Vorarlberg

Dornbirn (A) 1993 haben die Geschwister Stefan, Margit und Susanne Rüf beschlossen, ihr Können und Wissen im Hinblick auf Bürodienste und Übersetzungen professionell anzubieten. Nachdem sich Susanne und Stefan aus dem Unternehmen zurückgezogen haben, übernahmen Margit und ihr Mann Manfred Kräutler die Geschäfte – mit Erfolg, schließlich feiert man heuer 20 Jahre.

Im Interview erzählt Manfred Kräutler, was sich der Kunde von einer Fachübersetzung made by S.M.S. Rüf erwarten kann, warum seine Frau heute nicht mehr zum Diktat „zitiert“ wird und was es mit „Style and More“ auf sich hat.

Hat sich das Aufgabengebiet von S.M.S. Rüf in den letzten 20 Jahren sehr stark verändert?
Schon ja. Angefangen haben wir als klassisches Schreibbüro. Margit und Susanne waren zuvor Chefsekretärinnen in unterschiedlichen Betrieben, wurden aber immer wieder gefragt, ob sie nicht nebenher das eine oder andere schreiben könnten. Daraus ist dann die Idee entstanden, dies hauptberuflich anzubieten. Und nachdem ein Kunde recht viele Texte in englischer Sprache brauchte und der Gewerbeschein sowohl Büroservice als auch Sprachdienstleistungen umfasst hat, haben sie das Angebot auf Übersetzungen ausgeweitet. Heute liegt ein Fokus auf Fachübersetzungen.
 
Was genau kann man sich darunter vorstellen?

S.M.S. steht nicht nur für die Gründungspersonen, sondern auch für „Service mit System.“ Und das zieht sich durch alle Bereiche. Im Hinblick auf die Fachübersetzungen bedeutet das, dass sämtliche Übersetzungen von Native-Speakern erstellt werden. Das heißt: Für eine englische Übersetzung für den englischen Markt wird ein Brite beauftragt, soll es aber für den amerikanischen Markt sein, arbeiten wir mit einem Amerikaner zusammen. Dasselbe gilt beispielsweise für Portugiesisch: Wenn der Text für Brasilien gedacht ist, wird dieser von einem Brasilianer überbesetzt.

Und woher kommt das Fachwissen?
Die Übersetzer eignen sich mit der Zeit ein entsprechendes Know-how an bzw. sie spezialisieren sich – sei es, weil sie sich für einen bestimmten Bereich besonders interessieren, oder weil sie einen beruflichen Hintergrund haben. Das ist ganz unterschiedlich. In jedem Fall aber können wir mittlerweile Übersetzungen für verschiedenste Bereiche anbieten: von Industrie und Handwerk über Gastronomie und Fremdenverkehr bis zu Behörden und Institutionen.

Wichtig ist außerdem, dass jede Übersetzung von einem zweiten Übersetzer gegengelesen wird, bevor sie zum Kunden geht. Dieser verfügt dann zwar meist nicht über das gleiche Fachwissen wie der eigentliche Übersetzer, liest sich aber natürlich in die Thematik ein, recherchiert und informiert sich beispielsweise auf der Homepage des Kunden, macht sich mit der Terminologie vertraut usw. Gerade der letzte Punkt ist besonders wichtig: So wie sich jeder Mensch anders artikuliert, präsentiert sich jedes Unternehmen anders und will seine ganz individuelle Sprachgebarung weiterführen, selbst wenn diese hochtechnisch ist. Daher versuchen wir auch, stets denselben Übersetzer für einen Kunden zu beauftragen.

S.M.S. Rüf ist also die Schnittstelle zwischen Kunde und Übersetzer?
Ja, der Kunde kommuniziert mit mir. Zum besseren Verständnis treffe ich mich manchmal mit den Kunden und besuche hin und wieder auch Fachmessen. Schließlich muss ich die Wünsche und Erwartungen unserer Kunden entsprechend an den Übersetzer weitergeben bzw. erst einmal den richtigen Übersetzer finden. Für unsere Kunden aber ist entscheidend, dass sie nur einen Ansprechpartner haben – und das macht durchaus Sinn! Immerhin wird derselbe Text mitunter in mehreren Sprachen benötigt.

Wie viele bzw. welche Sprachen bieten Sie denn an?
Wir bieten selbstverständlich alle west- und osteuropäischen Sprachen an und haben pro Sprache mindestens zwei Übersetzer. Neben diesen rund zehn Standardsprachen haben wir auch „Exoten“ im Programm, also Japanisch, Chinesisch, Kasachisch, Hebräisch, Suaheli oder Tamilisch – um nur ein paar zu nennen. Dabei kooperieren wir allerdings mit anderen Büros.

Und was ist aus dem Schreibbüro geworden?
Das gibt es noch, auch wenn es weniger Schreibservice als vielmehr Sachbearbeitung ist. In den 1990er-Jahren ging es darum, unseren Kunden den Rücken freizuhalten, Mailings zu verschicken oder Schreibarbeiten zu übernehmen. S.M.S. Rüf war also im Grunde die klassische Sekretärin. Allerdings hat sich das Berufsbild einer Sekretärin seither sehr verändert: Damals wurde ja noch diktiert, heute schreiben die Geschäftsführer ihre Emails und Briefe vorwiegend selbst.

Ihre Frau ist damals also zum Diktat zu einem Ihrer Kunden gefahren?
Manchmal, ja. Oder der Kunde kam zu uns ins Büro. Die meisten haben aber mit Diktiergeräten gearbeitet und uns die Bändern per Post geschickt. Mit der Zeit haben mehr und mehr unserer Kunden gefragt, ob wir nicht auch deren Auftragsbearbeitung und Fakturierung übernehmen könnten. So hat sich das Aufgabengebiet gewandelt und mittlerweile überwiegt eben die Sachbearbeitung.

In Zeiten von Smartphones, Laptop und Home-Office sind unsere Kunden während der normalen Geschäftszeiten ohnehin so gut wie immer erreichbar. Im Urlaub jedoch leiten sie das Telefon gerne zu uns um, denn niemand möchte mit einem Anrufbeantworter sprechen. Zum Teil übernehmen wir sogar die komplette Administration – zum Beispiel gehen nicht nur Bestellungen bei uns ein, wir kümmern uns auch darum, dass die Ware hinausgeht, und um die Fakturierung. Der Endverbraucher, also der Kunde unserer Kunden, merkt gar nicht, dass er bei uns angerufen hat.

Man kann Ihr Büro ja sogar als Postadresse nutzen.
Korrekt, allerdings handelt es sich dabei nicht um Briefkastenfirmen. Dieser Domizil-Service wird vor allem von Start-up-Unternehmen in Anspruch genommen, die sich in der Anfangsphase auf ihr Hauptgeschäft konzentrieren möchten und zudem nicht gleich die ganze Infrastruktur für den administrativen Bereich anschaffen wollen oder können. Erstens weiß man zu Beginn ja gar nicht, ob das Geschäft ins Laufen kommt. Zweitens hat man ohnehin mit dem Tagesgeschäft genug zu tun. Haben sie nach einiger Zeit eine gewisse Dimension erreicht, die ein eigenes Büro erfordert, wird der Vertrag beendet. Wir haben aber auch Kunden, die weiterhin auf unsere Dienste vertrauen.
Apropos Vertrauen: Unsere Kunden schätzen unsere Seriosität. Verschwiegenheit hat bei uns oberste Priorität und Mitarbeiter müssen sogar unterschreiben, dass alles, was, hier gesprochen und geschrieben wird, nicht nach draußen geht. Genauso legen wir besonders viel Wert auf Datensicherung und haben unsere EDV mit einer der besten Firewalls ausgestattet. Der Kunde hat natürlich finanzielle Vorteile, wenn er uns beauftragt, unter anderem fallen keine Personalkosten an. Vor allem aber steckt hinter S.M.S. Rüf ein mehr als engagiertes Team, das sich mit jedem Kunden identifiziert.

Und neben S.M.S Rüf betreiben Sie noch den Web-Shop „Style and More Shop“...
Ja, wobei das schon zusammenhängt: Seit rund 15 Jahren bin ich im Rahmen von S.M.S. Rüf für einen großen Schweizer Textilvertrieb als Exportleiter tätig. Dadurch bin ich in die Textilbranche, speziell im Bereich Bezugsmaterialien, hineingewachsen. Dann hat mir ein anderer Kunde, nämlich x/vise (Anm.: Tochterunternehmen von Gebrüder Weiss), seine neueste Webshop-Lösung vorgestellt. Und nachdem es mich schon immer gejuckt hat, Handel zu betreiben, habe ich beschlossen, mehr aus dieser heimlichen Leidenschaft zu machen. Seit April sind wir online und auch wenn momentan der Hobbyfaktor überwiegt, werden wir sehen, wohin die Reise führt. Es ist jedenfalls spannend und macht Spaß.

Factbox
Manfred Kräutler (48)

  • Geschäftsführer und Inhaber von S.M.S Rüf – Bürodienste & Fachübersetzungen, Dornbirn (www.smsruef.com) – zusammen mit seiner Frau Margit (jeweils 50 Prozent)
  • PLUS: Web-Shop „Style and More“ (www.styleandmoreshop.at)
  • Wohnt mit seiner Frau in Dornbirn

S.M.S. Rüf

  • Gegründet 1993
  • Vorwiegend regionale Kunden (Drei-Länder-Eck); 30 bis 40 Stammkunden im Bereich Fachübersetzungen, 15 bis 20 Stammkunden im Bereich Bürodienste
  • Team von insgesamt 5 kompetenten Köpfen (inkl. GF Margit und Manfred Kräutler); plus einige ebenso kompetente „Aushilfs-Köpfe“, damit keine Engpässe entstehen
  • Margit Kräutler
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S.M.S. Rüf OG, Kräutler Manfred

Färbergasse 15, 6850 Dornbirn
Österreich
+43 5572 26748-0
[email protected]smsruef.com
www.smsruef.com

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