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DI Herbert Frech, Fachvertretung Telekommunikation Wirtschaftskammer Tirol; Bürgermeister Hannes Neuhauser, Gemeinde Brandenberg; Martin Hirner, Obmann der WK-Bezirksstelle Kufstein (Bild: WKT/Saringer)

Pilotprojekt Breitbandgemeinde Brandenberg ‒ Ausbau des Glasfasernetzes von existenzieller Bedeutung

10. Oktober 2013 | 14:48 Autor: WKT Tirol

Innsbruck / Brandenberg (A) Schnelle Internetverbindungen sind heute unerlässlich für einen konkurrenzfähigen Standort und eine ausreichende Breitbandverbindung ist eine notwendige Infrastrukturmaßnahme. Die Sparte Information & Consulting setzt sich seit Jahren für den flächendeckenden Breitbandausbau in Tirol ein.

Denn dies sichert langfristig Arbeitsplätze und spielt sowohl für Betriebsansiedelungen als auch für das weitere Investieren bestehender Betriebe eine wichtige Rolle. Gerade in den topografisch benachteiligten Seitentälern ist dies überlebenswichtig.

Brandenbergs Bürgermeister Hannes Neuhauser setzte sich mit seinen Gemeinderatskollegen, insbesondere Hermann Spiegl von der Firma SPIEGLtec GmbH, seit Monaten für eine Breitbanderschließung seiner Gemeinde ein. Mit Unterstützung der Bezirksstelle Kufstein und der Sparte Information & Consulting der Wirtschaftskammer Tirol und der finanziellen Unterstützung seitens des Landes Tirol kann der geplante Ausbau des Breitbandnetzes in seiner Gemeinde nun bald starten. In zwei Jahren darf sich Brandenberg eine Breitbandgemeinde nennen.

Brandenberg auf dem Weg zur Breitbandgemeinde
Anfang des Jahres wurde in der kleinen Unterländer Gemeinde der Breitbandausschuss gegründet. Nach Klärung der Rahmenbedingungen wurde ein Planungsbüro für eine grobe Streckenplanung und Kostenschätzung zu Rate gezogen. Nach dem positiven Beschluss des Gemeinderates wird das Pilotprojekt „Breitbandgemeinde Brandenberg“ nun umgesetzt. Bürgermeister Hannes Neuhauser kann nach Zusicherung der Förderung und Bedarfszuweisung durch das Land Tirol grünes Licht geben: „Die Gesamtkosten für den Breitbandausbau unseres Gemeindegebietes belaufen sich auf rund 600.000 Euro. Nachdem wir aus dem Fördertopf des Landes eine Zusage über 40 Prozent erhalten haben und auch die nötigen Bedarfszuweisungen sicher sind, ist das Projekt auch finanziell auf gesicherten Beinen und wir können mit den Grabungsarbeiten für die zehn Kilometer lange Glasfaserverbindung bald beginnen.“ Besonders dankbar ist Neuhauser für die professionelle Unterstützung durch das Land Tirol. „Ohne die gute Zusammenarbeit mit dem Büro von Landeshauptmann Günther Platter wäre dieser positive Schritt in die Zukunft für uns nicht möglich gewesen.“ Entscheidend für die Umsetzung des Projektes ist für den Bürgermeister auch das zur Verfügung stellen der Leerverrohrungen durch die Tiroler Wasserkraft AG.

Im Zuge der Grabungsarbeiten im Dorf werden neben dem Glasfasernetz auch die Kabel für die Straßenbeleuchtung mit verlegt und ein ebenfalls geplantes Gehsteig-Projekt umgesetzt. Damit zeigt die Gemeinde auf, dass sich mehrere zukunftsorientierte Projekte gleichzeitig umsetzen lassen, um dabei die Kosten zu minimieren.

Breitbandinfrastruktur als Standortfrage
„Breitband ist ein entscheidender Faktor für die Wirtschaft und die Innovation des Landes. Im Bereich der elektronischen Kommunikation stellt eine leistungsfähige Anbindung an das Internet eine Standortfrage für die Neuansiedelung von Unternehmen dar“, erklären KommR Regina Stanger, Spartenobfrau der Sparte Information & Consulting und DI Herbert Frech, Obmann der Fachvertretung Telekommunikations- und Rundfunkunternehmungen unisono. Betriebe in unversorgten Gebieten sind in ihrer Wettbewerbsfähigkeit massiv benachteiligt. Was zu Wallnöfers Zeiten der Bau der Autobahnen war, ist aktuell der Ausbau der Datenautobahnen. Das Pilotprojekt in Brandenberg, das durch das Know-how der Wirtschaftskammer entsprechend unterstützt werden konnte, wird für alle Bürger in der Gemeinde Positives bringen. Neben den Unternehmen profitiert vor allem die Bevölkerung vom Breitbandanschluss. Wohnungen ohne schnelle Internetverbindung sind beispielsweise nicht mehr leicht zu vermieten. Junge Menschen brauchen diese Infrastruktur auch für die Schule oder das Studium. „Wir wollen nicht, dass unsere Täler aussterben, sondern dass sich dort vermehrt Unternehmen ansiedeln und Familien niederlassen“, bringt es Neuhauser auf den Punkt. Er kennt die schwierige Situation, die Dienstleistungsbetriebe in Seitentälern haben.

Bisher beschränkt sich das Thema Breitbandnetz hauptsächlich auf die Inntalfurche, weshalb das Projekt in Brandenberg für alle anderen Gemeinden abseits des Inntales von größter Bedeutung ist. WK-Bezirksobmann Martin Hirner bringt es auf den Punkt: „Neben Privaten ist es aber speziell für Unternehmen und Institutionen essenziell, große Datenmengen senden zu können. Um den gesamten Wirtschaftsstandort Tirol zu stärken, dürfen Seitentäler nicht den Anschluss verlieren.“ Das Pilotprojekt in Brandenberg soll andere Gemeinden im Bezirk dazu animieren, auch auf dieses Zukunftsthema zu setzen. Bei allen Grabungsarbeiten sollten zumindest die Leerverrohrungen verlegt werden, damit die Gemeinden bereits jetzt für die Zukunft vorsorgen“, schlagen die Vertreter der Wirtschaftskammer vor.

Die Breitbanderschließung sei zudem auch Grundvoraussetzung dafür, dass der Ort eine bessere Handynetz-Abdeckung und somit ein schnelleres Mobilfunknetz (4G) bekommt. Bürgermeister Hannes Neuhauser ist sich sicher, dass „die mutige Entscheidung für den Breitbandausbau unserer Gemeinde eine sehr positive Zukunft ebnen und Unternehmen einen Anreiz gibt, sich hier anzusiedeln. Ich kann nur allen Tiroler Gemeinden empfehlen, sich jetzt mit dem Thema Breitbandausbau zu beschäftigen. Die Zukunft wartet nicht!“

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