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Blicken mit vorsichtigem Optimismus auf das Weihnachtsgeschäft im Tiroler Handel (v.r.): Peter Zelger (Modehandel), Katrin Brugger (Sportartikelhandel), Spartenobmann Martin Wetscher und Spartengeschäftsführer Alois Schellhorn.

Tiroler Handel mit stabiler Entwicklung

25. November 2014 | 13:29 Autor: WKT Tirol

Innsbruck (A) Die Bedeutung des Handels für die heimische Wirtschaft ist enorm: Einerseits ist der gesamte Handelssektor − also Groß- und Einzelhandel − mit rund 52.200 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber in Tirol. Andererseits repräsentiert er mit einem Nettoumsatz von rund 18,6 Milliarden Euro den umsatzstärksten Bereich der marktorientierten Wirtschaft.

Beeindruckend sind auch die Kennzahlen des stationären Einzelhandels: Allein in diesem Bereich, in dem 2013 rund sechs Milliarden Nettoumsatz erzielt wurden, sind derzeit ca. 31.200 Tirolerinnen und Tiroler beschäftigt. Und obwohl auch der Einzelhandel mit der gesamtwirtschaftlich schwierigen Situation zu kämpfen hat, kann er ein leichtes Wachstum vorweisen. „Die aktuellen Konjunkturdaten zeigen eine verhältnismäßig positive Entwicklung im bisherigen Jahresverlauf. In den ersten drei Quartalen 2014 hat es im Tiroler Einzelhandel immerhin ein nominelles Umsatzplus von 1,2 Prozent und ein reales von 0,2 Prozent gegeben“, erklärt Martin Wetscher, Obmann der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Tirol.

Mit dem Weihnachtsgeschäft erwartet viele Tiroler Einzelhandelsbetriebe in den kommenden Wochen eine besonders arbeitsintensive, aber auch umsatzstarke Zeit. Das gilt vor allem für den Spielwarenhandel, den Uhren- und Schmuckhandel, den Papier- und Buchhandel sowie den Elektrohandel, für die das Weihnachtsgeschäft − also jener Brutto-Mehrumsatz im Monat Dezember, der das Normalmaß von Jänner bis November übersteigt – von besonders großer Bedeutung ist.

Am öftesten werden laut KMU Forschung Austria zu Weihnachten allerdings Bekleidung und modische Accessoires geschenkt. Dementsprechend wichtig ist das Weihnachtsgeschäft auch für diese Branche. Peter Zelger, Obmann des Tiroler Modehandels, meint dazu: „Obwohl das wirtschaftliche Umfeld in den letzten Jahren und speziell in den letzten drei Monaten unwirtlich geworden ist, lässt sich beim Konsumenten der Wunsch nicht verdrängen, zu Weihnachten seinen Liebsten – und damit auch sich selbst - eine Freude zu bereiten. Auch wenn es sein kann, dass die Brötchen etwas kleiner ausfallen, geht der Modehandel mit vielen Ideen und Angeboten in das heurige Weihnachtsgeschäft, um so das Christkind bestmöglich zu unterstützen.“
Im Handel mit Mode liegt zumindest bei den Damen der Umsatzschwerpunkt in den Monaten September und Oktober. Aber in der Weihnachtszeit sind vor allem nette kleine Geschenksideen gefragt. Dazu zählen beispielsweise edle Dessous genauso wie Schals in Karo in der Trendfarbe rot. „Ganz wichtig ist die Weihnachtszeit aber vor allem für den Bereich der Herrenmode, denn dort sind Geschenksideen immer gefragt. Gerade in einer Zeit, in der fast jeder fast alles hat, besinnt man sich darauf, wieder Nützliches zu schenken und dem Präsent damit einen Sinn zu geben.“, so Zelger.

Auch Schuhe werden gern unter den Weihnachtsbaum gelegt. Dabei liegen heuer vor allem funktionelle Boots in modisch-sportlicher Ausführung im Trend. „Nachdem die letzten Wochen eher von trockenem Wetter geprägt waren und zudem im Vorjahr der Winter ab Anfang Dezember fast ausgeblieben ist, blickt der Schuhhandel den kommenden Wochen sehr optimistisch entgegen“, stellt Zelger fest.

Das Weihnachtsgeschäft spielt auch im Tiroler Sportartikelhandel, der rund ein Drittel seines Umsatzes mit Wintersportware macht, eine große Rolle. „Nach einem schneearmen und warmen vergangenen Winter haben die Kunden einige Kaufabsichten zurückgestellt, die jetzt nachgeholt werden. Deshalb haben wir für die Wintersaison und speziell für Weihnachten durchaus hohe Erwartungen“, erklärt Katrin Brugger, Sprecherin des Tiroler Sportartikelhandels. Dabei will der Fachhandel auch heuer wieder mit neuen Produkten und Innovationen punkten. Während im alpinen Skilauf die so genannten Rocker-Ski immer beliebter werden, wird im „nordischen Bereich“ gewissermaßen ein neues Zeitalter eingeläutet: Ein in den Ski eingearbeitetes Fell ermöglicht den klassischen Langlauf ohne kompliziertes und aufwändiges Wachsen.
Weiter im Aufwind befindet sich unterdessen der Skitourensport. Brugger dazu: „Hier haben wir einen stetig wachsenden Markt. Rund 54.000 Paar Tourenski werden in Österreich pro Jahr verkauft – Tendenz steigend, weil sich Skitourengehen immer mehr zum Familiensport entwickelt.“

Auch wenn das Weihnachtsgeschäft insgesamt nicht unter den besten Voraussetzungen angelaufen ist, hofft Handelsobmann Wetscher dennoch auf ein gutes Ergebnis. Denn laut Umfrage, wollen sich auch heuer wieder 88 Prozent der Tirolerinnen und Tiroler als Christkindl betätigen und Weihnachtsgeschenke kaufen – im Schnitt werden dafür pro Person 350 Euro eingeplant. „Damit liegt das durchschnittlich geplante Budget für Weihnachtsgeschenke zwar um ca. 20 Euro niedriger als im letzten Jahr, aber wir sind zuversichtlich, dass der Tiroler Handel ähnlich wie in den Vorjahren rund 150 Millionen Euro im Weihnachtsgeschäft umsetzen wird“, meint Wetscher abschließend.


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