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LR Mattle mit den VertreterInnen der vier ältesten geehrten Betriebe. (Foto: Land Tirol/Die Fotografen)

29 Tiroler Traditionsbetriebe im Congresspark Igls geehrt

11. Oktober 2021 | 08:05 Autor: Land Tirol Startseite, Tirol

Innsbruck (A) Wirtschaftslandesrat Anton Mattle ehrte heute, Freitagabend, im Congresspark Igls VertreterInnen von 29 Tiroler Traditionsunternehmen mit runden Firmenjubiläen für ihre großen Verdienste um die Tiroler Wirtschaft. Die vier Ältesten ausgezeichneten Betriebe waren die Holz Marberger Gmbh aus Ötztal-Bahnhof und die Plansee Holding Aktiengesellschaft aus Reutte mit je 100 Jahren, der Zillertaler Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit aus Zell am Ziller mit 170 Jahren und die Tiroler Versicherung V.a.G. aus Innsbruck mit 200 Jahren. Mit der Ehrung „Tiroler Traditionsbetrieb“ werden Unternehmen ausgezeichnet, die ein rundes Betriebsjubiläum von mindestens 30 Jahren feiern. Die geehrten Firmen erhalten eine entsprechende Urkunde des Landes Tirol.

„Tirol kann stolz sein auf seine vielseitigen und innovativen Unternehmen. Die Tiroler Wirtschaft ist breit aufgestellt und reicht von soliden kleinen und mittleren Betrieben über international bekannte Weltmarktführer und Großbetriebe bis hin zu ‚Hidden Champions‘ und innovative Start-Ups. Besonders die Tiroler Familienunternehmen und Traditionsbetriebe zeichnen sich durch ihre jahrzehntelange, erfolgreiche wirtschaftliche Tätigkeit aus und bilden das Rückgrat der heimischen Wirtschaft. Dafür ehren wir sie mit einer öffentlichen Anerkennung und holen sie vor den Vorhang. Zusammengerechnet vereinen die heute geehrten Betriebe 1.880 Jahre an geballter Tiroler Wirtschaftskraft und Tradition“, betont LR Mattle.

Attraktiver und wettbewerbsfähiger Wirtschaftsstandort
Die Anzahl der aktiven gewerblichen Unternehmen hat in Tirol trotz Coronakrise im Jahr 2020 um 2,1 Prozent auf 47.516 Betriebe zugenommen. Im ersten Halbjahr 2021 wurden zuletzt rund 1.750 Neugründungen verzeichnet – noch einmal mehr als im Vergleichszeitraum 2020. Tirol sei nach wie vor ein international attraktiver, wettbewerbsfähiger Wirtschaftsstandort im Herzen Europas – die Krise habe einige Branchen hart getroffen, nun gehe es wieder bergauf, so der Wirtschaftslandesrat. Bei der Arbeitslosigkeit konnte Tirol zuletzt Ende September 2021 mit 3,8 Prozent nach dem Bundesland Salzburg die zweitniedrigste Arbeitslosenquote Österreichs vorweisen. „Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung am Arbeitsmarkt und auch in der Wirtschaft können wir zuversichtlich sein. Seitens des Landes unterstützen wir unsere Unternehmen aktiv bei ihrer Entwicklung – sei es durch eine möglichst unternehmerfreundliche Verwaltung, rasche Behördenwege oder breitgefächerte Förderleistungen in Bereichen wie Investition, Digitalisierung und Innovation, aber auch erneuerbare Energien, effiziente Energienutzung und klimaneutrale Mobilitätsmaßnahmen“, sagt LR Mattle.

Die Tiroler Wirtschaft ist auch stark vom Export geprägt. Insgesamt kam Tirol zuletzt im Jahr 2020 – trotz der Coronapandemie – auf ein beachtliches Außenhandelsvolumen von fast 13 Milliarden Euro. „Die Innovationskraft unserer heimischen Betriebe, deren Produkte auf der ganzen Welt gefragt sind, macht mich als Tiroler Wirtschaftslandesrat stolz“, so LR Mattle.

Die vier ältesten geehrten Betriebe:

100 Jahre Holz Marberger GmbH
Die Holz Marberger GmbH wurde vor einem Jahrhundert durch Karl Marberger Senior im Ötztaler Umhausen gegründet. Zur damaligen Zeit konzentrierte man sich auf die Erzeugung von hölzernen Fass-Spunden. 1943 übernahm Hugo Marberger den Betrieb in zweiter Generation – 20 Jahre später wurde die Übersiedelung nach Ötztal-Bahnhof vollzogen. Damit einher ging eine Umorientierung vom holzverarbeitenden Betrieb zum Holzwerkstoff-Großhändler. Ab 1979 führte Georg Marberger die Gesellschaft und baute sie zu Tirols größtem Lieferanten für Tischlerei- und Zimmerei-Betriebe aus. Vor 11 Jahren übernahmen schließlich Simon Marberger und Hanspeter Prantl die Geschicke des Unternehmens, wobei 2016 auch Gregor Marberger in die Geschäftsführung einstieg. Mittlerweile zählt die GmbH mehr als 90 Beschäftigte und verfügt über 17 eigene LKW. Im Jahr 2020 wurde ein Umsatz von 40 Millionen Euro erwirtschaftet. Stetiges Wachstum ist weiterhin das Ziel des Familienunternehmens, welches heute als einer der letzten Komplettanbieter im Bereich Holz und Holzwerkstoffe auftritt.

100 Jahre Plansee Holding AG im Außerfern
Der visionären Kraft von Unternehmensgründer Paul Schwarzkopf ist es zu verdanken, dass er in Reutte im Jahr 1921 die Grundlage für den anhaltenden Erfolg der Plansee-Gruppe legte. Ausschlaggebend für die Standortwahl war seinerzeit – neben der Versorgung durch günstige Energie aus der Wasserkraft des Plansees – auch die Liebe zu Land und Leuten. Bereits in den ersten Jahren errichtete die damalige Metallwerk Plansee GmbH mit 15 Mitarbeitern eine Molybdän-Drahtzieherei und eine eigene Forschungsstätte. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs musste Dr. Schwarzkopf in die USA emigrieren, das Werk wurde enteignet und zum Rüstungsbetrieb der Deutschen Edelstahlwerke. Der Firmengründer erhielt das Werk 1952 im Zuge der Restitution zurück. Nachdem Schwarzkopf 1956 die nach ihm benannte Stiftung ins Leben gerufen hatte, gelang es ihm zwei Jahre später, Sohn Walter und Schwiegertochter Hilde zur frühzeitigen Rückkehr nach Tirol zu bewegen – Sohn Walter brachte aus den USA komplett neue Managementansätze mit. In dritter Generation führte Michael Schwarzkopf das Unternehmen ab den späten 90er-Jahren endgültig in die Welt hinaus – so konnte sich die Plansee Group mit der Zeit zu einem Global Player weiterentwickeln. Michael Schwarzkopf ist mittlerweile als Vorsitzender des Aufsichtsrats tätig, derzeit bildet Wolfgang Köck gemeinsam mit Karlheinz Wex das Vorstandsduo der Plansee Group. In den ersten 20 Jahren des neuen Jahrtausends investierte die Plansee Holding AG über 800 Millionen Euro in den Standort Breitenwang/Reutte – dies bei einer Beschäftigtenzahl von derzeit über 2.700 MitarbeiterInnen.  

170 Jahre Zillertaler Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit
Vor 170 Jahren gründeten der Lehrer Sebastian Leo, der Kaufmann Josef Fiechtl und der Bauer und Händler Michael Eberharter – alle drei aus Zell am Ziller – einen Feuerversicherungsverein. 442 Interessenten waren bei der Gründung bereit, dem Verein beizutreten. Es ergab sich in der Folge eine kontinuierliche Aufwärtsentwicklung – Rückschläge waren immer außerbetrieblicher Natur, wie etwa die Geldentwertung nach dem ersten Weltkrieg. Im Jahr 1938 verhinderte Johann Hotter aus Zellbergeben die damaligen Bestrebungen, kleine Versicherungsvereine zur Auflösung zu bringen. In der Nachkriegszeit machte der rasante wirtschaftliche und technische Aufschwung auch vor der Zillertaler Versicherung nicht halt. So entschied man sich Anfang der 90er-Jahre dazu, nicht mehr nur die reine Feuerversicherung, sondern auch Bündelversicherungen anzubieten. Um dem Außendienst der Zillertaler Versicherung die Betreuung der Mitglieder in allen Versicherungsangelegenheiten zu ermöglichen, war es außerdem unabdingbar, einen eigenen Maklerdienst zu installieren. Daher verfügt die Zillertaler Versicherung seit 1989 unter anderem über die Gewerbeberechtigung als Versicherungsmakler. Auch heute noch werden die Interessen der Mitglieder bei der Generalversammlung vertreten. Der Versicherungsverein hat sich darüber hinaus vom reinen Feuerversicherer zu einem modernen Sachversicherer entwickelt. Die Produktpalette reicht heutzutage von Versicherungslösungen für Häuslbauer und Wohnungsinhaber bis hin zu Betriebsversicherungen.

200 Jahre Tiroler Versicherung
Im Jahr 1821 genehmigte Kaiser Franz I. die Gründung einer „Feuer-Assekuranz-Anstalt für Tirol“. Zwei Jahre später wurden die Statuten des privaten Versicherungs-vereins auf Gegenseitigkeit veröffentlicht, wobei sich die Anstalt auf Alt-Tirol (inklusive Trentino) und Vorarlberg erstreckte und Gegenstand der Versicherung nur Gebäude sein konnten. Um 1900 hatten bereits 100.000 Mitglieder an die 160.000 Gebäude versichert. Nach dem Ersten Weltkrieg verlor die Tiroler Versicherung ihre Mitglieder in Südtirol und im Trentino und damit die Hälfte ihres Geschäftsvolumens. Auch wurde der Versicherungs-Bestand in Vorarlberg und Liechtenstein an die neu gegründete „Vorarlberger Landesversicherung“ abgegeben. Ende der 1970er war bereits mehr als die Hälfte der Tiroler Häuser bei der Tiroler Versicherung gegen Feuerschäden versichert, wobei bald darauf auch das Lebensversicherungs-Geschäft aufgenommen wurde. Seit 2006 ist die Tiroler Versicherung mit der Landesdirektion für Südtirol in Bozen auch wieder in ihrem einstigen Stammmarkt vertreten. Vor nunmehr 13 Jahren gelang mit dem damals neuen Gemeindeprodukt eine echte Produkt-Innovation. Darauf folgend wurden über 240 Tiroler Gemeinden zu Vollkundinnen. Das Ergebnis 2019 mit einem Betriebsüberschuss von über 23 Millionen Euro krönte schließlich die seit 2015 andauernde, wirtschaftlich erfolgreichste Phase der Unternehmensgeschichte. Mittlerweile beschäftigt der Verein auf Gegenseitigkeit rund 350 MitarbeiterInnen in Nord-, Ost- und Südtirol – bei einem Prämienvolumen von 165 Millionen Euro. Derzeit setzt die Tiroler Versicherung im Rahmen der mit 200.000 Euro dotierten Initiative „Frau TIROLER“ ein Zeichen gegen Gewalt, für Chancen-Gerechtigkeit und für die Stärkung von Frauen und Kindern in der Gesellschaft. Mit 1. September des heurigen Jahres zog Isolde Stieg in den Vorstand der Tiroler Versicherung ein – fast exakt auf den Tag genau 200 Jahre nach der kaiserlichen Genehmigung.

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