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Luis Wegscheider (Bild: WKT)

Den Grundofenstein für eine neue Heizära gelegt

08. Oktober 2013 | 13:18 Autor: Tamara Kainz WKT Tirol

Innsbruck (A) Luis Wegscheider hat ein System entwickelt, das spätestens mit den geänderten Emissionsvorschriften 2015 auch in Österreich den Ofenbau revolutionieren wird.

Der 28-jährige Luis Wegscheider ist Feuer und Flamme für seinen Beruf. Er ist gelernter Ofensetzer, hat aber auch einen Hang zum Forschen. Und diese Leidenschaft führte zu einer Entwicklung, die in der Fachwelt für Aufsehen sorgt. „Ich war einfach neugierig. Und die Konkurrenz ist in Tirol ja auch recht groß“, erklärt Luis Wegscheider, Inhaber des „Ofenbau Funkenflug“ mit Sitz in Innsbruck, wie er damit anfing, sich in Richtung Marktnische zu bewegen.

Der „heiße Luis“, wie er auch genannt wird, konzentrierte sich immer weniger auf den Endkunden, sondern fokussierte seine Arbeit auf die Verbesserung der Werte in den Brennkammern der (Kachel-)Öfen. Nach intensiver Tüftelei gelang es Wegscheider das System derart zu optimieren, dass sich Fachbetriebe heute um seine Idee reißen. Basis des Ganzen ist der so genannte „Grundofenstein“.

Er besteht aus einem Schamott, genauer gesagt einer keramischen Masse. Zur Brennkammer aufgemauert, lassen die Steine einen viel saubereren Verbrennungsvorgang zu und sind zudem perfekte Wärmespeicher. „Die Materialkombination, die für die Herstellung des Grundofensteins zum Einsatz kommt, ist europaweit patentiert“, berichtet der Ein-Personen-Unternehmer.

Andererseits punktet Wegscheiders Entwicklung, die mittlerweile in so gut wie jeden Ofen eingebaut werden kann, mit einer neuartigen Form der Belüftung. Der absolute Clou an der Sache ist aber, dass die Feuerstätten des kreativen Kopfes (noch) die einzigen sind, die den bald geltenden, neuen Normen entsprechen. „Die erlaubten Grenzwerte für Emissionen werden voraussichtlich 2015 erheblich verringert. Das bedeutet, dass dann heute Herkömmliches nicht mehr verbaut werden kann“, weiß der 28-Jährige von einer bevorstehenden Gesetzesnovelle. Dementsprechend groß ist das Interesse an der Innovation made in Tirol. „Mein Grundofenstein ist immer gefragter. Er wird inzwischen von einer Partnerfirma in Niederösterreich produziert, die über das nötige Know-how mit feuerfesten Stoffen verfügt“, berichtet Wegscheider.

Er selbst hat sich im Laufe des Prozesses freilich auch einiges Wissen im Bereich Modell- und Formenbau angeeignet und will das künftig für weitere, ähnlich gelagerte Projekte einsetzen. Alles in allem bezeichnet der Ofenbauer seinen Weg als „Reihe glücklicher Zufälle“, wenngleich der Anfang nicht einfach war: „Eine Idee hat man bald einmal. Die Umsetzung ist das Schwierige. Hier kamen mir aber sowohl eine Förderung im Rahmen des ’Kreativen Handwerk’ und eine im Zuge des Forschungsförderungsprogrammes 2012 als auch beste Beratung und Hilfestellung von Seiten der Abteilung Innovation und Technologie in der WK Tirol sehr zugute.“ Wegscheider hat mit seiner Lösung einen neuen Markt eröffnet, der enormes Potenzial hat. In Deutschland, wo die Gesetzeslage schon strenger ist, zeigt sich das bereits.

Quelle

  • Für einige nur ein simpler Stein, für Insider aber ein echter Meilenstein für den Ofenbau: "Der heisse Luis" (Bild: Wegscheider)
    uploads/pics/Wegscheider-Grundofenstein-wkt-tirol-wirtschaftszeit.jpg

Funkenflug Ofenbau, Luis Wegscheider

Kaiser-Franz-Joseph-Str. 7, 6020 Innsbruck
Österreich
+43(0)664 5257609
[email protected]funkenflug.co.at

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