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Top-Technologieregion Tirol: Kooperation wirkt

24. August 2017 | 14:59 Autor: Standortagentur Tirol Österreich, Tirol

Innsbruck (A) Den von Statistik Austria aktuell publizierten Zahlen zufolge sind die Pro Kopf-Forschungsausgaben in Tirol auf 1.324,4 Euro gestiegen, damit liegt Tirol auf Platz drei im Vergleich der österreichischen Bundesländer. Zugrunde liegen Tiroler Forschungsausgaben in Höhe von insgesamt 975 Millionen Euro im Jahr 2015.

„Die regionalen Forschungszahlen zeichnen Tirol erneut als Top-Technologieregion aus. Besonders erfreulich ist, dass die Wirtschaft  sich mit wachsenden Forschungsausgaben signifikant am Ausbau des Technologiestandortes beteiligt. Die betreffenden Betriebe investieren so optimal in ihre eigene Zukunft und sichern gleichzeitig hochqualifizierte Arbeitsplätze im Land“, kommentierte die Tiroler Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf beim heutigen Tiroler Technologiebrunch der Standortagentur Tirol zum Auftakt der Technologiegespräche in Alpbach die Ergebnisse.

Die Tiroler Unternehmen haben im Jahr 2015 einen Rekordwert von 619 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Mit einem Zuwachs von 62 Prozent seit 2009 steigen die Ausgaben der Tiroler Betriebe am viertstärksten in Österreich. Wirkungsvolle Unterstützung erhalten die forschenden Betriebe von maßgeschneiderten Förderungen des Landes Tirol. Dazu Zoller-Frischauf: „Über unsere Förderungen finanzieren wir die Tiroler Forschungsausgaben mit 49,2 Euro pro Kopf. Das Land Tirol ist damit der zweitstärkste Forschungsgeldgeber unter den österreichischen Bundesländern.“ Zu den Finanziers der Tiroler Forschung zählen neben heimischen Unternehmen (48,9 Prozent) und der öffentlichen Hand (38%) auch Unternehmen mit Sitz im Ausland. Ihr Finanzierungsbeitrag beläuft sich im Jahr mit rund 97 Millionen Euro auf knapp 10% der Tiroler Forschungsausgaben. „Die Investitionen aus dem Ausland sind ein Beleg für die internationale Relevanz des Technologiestandortes Tirol“, nimmt Landesrätin Zoller-Frischauf Stellung.

BM Mahrer: „Strategie für die Zukunft lautet auf Exzellenz, Impact und eine neue Form der Offenheit.“
Im kooperativen Sektor fördern der Bund und das Land Tirol gemeinsame Forschungsprojekte von Wirtschaft und Wissenschaft in sogenannten Kompetenzzentren. Allein für Kompetenzzentren im aktuellen Bundesprogramm COMET mit Standort Tirol oder mit beteiligten Tiroler Partnern hat das Land Tirol seit 2010 rund 19,2 Millionen Euro an Fördermitteln zur Verfügung gestellt. Diese haben weitere Förderungen des Bundes in Höhe von mindestens 30 Millionen Euro ausgelöst. Die Pro Kopf-Forschungsausgaben des Bundes für Tirol im Jahr 2015 belaufen sich auf 394 Euro, nach Bundesländern investiert der Bund damit in Tirol am drittstärksten. Österreichs Wissenschafts- und Wirtschaftsminister Dr. Harald Mahrer lobte beim Technologiebrunch Tirols Leistung und Engagement im Technologiesektor als vorbildlich und gab den Kurs für den Innovationsstandort  Österreich vor: „Wir setzen auf drei strategische Ausrichtungen, das sind Exzellenz, Impact und eine neue Form der Offenheit. Risiken müssen genommen und die Neugierde gestärkt werden. Für die erfolgreiche Umsetzung brauchen wir eine digitale Infrastruktur an der Spitze des internationalen Vergleichs und mehr öffentliche Investments in den Glasfaserausbau.“

COMET-Zentrum ACMIT: ein Drittel des Projektvolumens mit Partnern aus Tirol
Mit kräftiger Beteiligung aus Tirol konnte sich zuletzt das COMET K1-Zentrum ACMIT Austrian Center for Medical Innovation and Technology mit Sitz in Wiener Neustadt die Förderzusage bis 2021 sichern. Die Tiroler Unternehmen iSYS Medizintechnik, MED-EL Elektromedizinische Geräte, ESD Evaluation Software Development, Oncotyrol und Tirol Kliniken sowie die Medizinische Universität Innsbruck und die UMIT forschen zusammen mit den Experten von ACMIT an minimal-invasiven Medizintechnologien und medizinischer Datenverarbeitung. „Der Technologiestandort Tirol ist für ACMIT von großer Bedeutung. In der neuen Förderphase wickeln wir ein Drittel des gesamten Projektvolumens mit Tiroler Firmenpartnern ab, gemeinsam steigern wir die internationale Sichtbarkeit der österreichischen Medizintechnik“, berichtet in Alpbach ACMIT-Geschäftsführer DI Nikolaus Dellantoni. Insgesamt realisiert ACMIT von 2017–2021 Forschungsprojekte im Wert von 18,7 Millionen Euro. Mit 2,6 Millionen Euro leisten die fünf beteiligten Tiroler Unternehmen ein Viertel der Beiträge der Wirtschaftspartner, weitere 17 Unternehmen zahlen in Summe 6,8 Millionen Euro ein. Das Land Tirol fördert das Zentrum mit 870.000 Euro im Wege der Standortagentur Tirol, das Land Niederösterreich mit 2 Millionen Euro sowie der Bund mit 5,6 Millionen Euro im Wege der FFG. Weitere 900.000 Euro kommen von den beteiligten Wissenschaftseinrichtungen.

iSYS: Miniaturroboter platziert Nadeln hochpräzise im Gehirn
Ein ACMIT-Partner der ersten Stunde ist das Tiroler Medtech-Unternehmen iSYS. Aktuell entwickelt und zertifiziert iSYS in Zusammenarbeit mit ACMIT ein miniaturisiertes Robotersystem für die Neurochirurgie. Die kompakte Robotik-Innovation der iSYS platziert Biopsienadeln, Tiefenelektroden oder beispielsweise Katheter hochpräzise im Gehirn. Dr. Michael Vogele, CEO von iSYS, erklärt: „Der iSYS-Roboter benötigt im Vergleich zu bisherigen Systemen nur sehr wenig Platz und lässt sich von den jeweiligen Chirurgen sehr einfach anwenden. Zudem erhöht unsere kompakte Robotertechnologie die Genauigkeit bei minimal-invasiven Eingriffen im Gehirn und senkt die Operationszeit, das ist in bis dato 130 neurochirurgischen Studieneingriffen belegt.“ CE- und FDA-zertifiziert soll der Miniaturroboter der iSYS bis Ende 2018 zur Verfügung stehen. Assistieren soll der iSYS-Roboter künftig auch bei neurochirurgischen Eingriffen zur Wiederherstellung des Nervenwasserflusses oder in der Therapie der Trigeminusneuralgie. Die Anschaffungskosten sollen für einen breiten Einsatz in der klinischen Routine deutlich unter dem Preis gängiger, großer Operationsroboter liegen. Zentrale Vorteile aus der Kooperation mit dem COMET-Zentrum ACMIT sieht Vogele wie folgt: „Wir können als KMU auf mehr Know-how zugreifen, dadurch gewinnen wir Vorsprung und Gewicht im internationalen Wettbewerb. Für uns ist zudem wichtig, dass wir auch für Kleinprojekte flexibel auf ACMIT-Expertise, zum Beispiel bei Zulassungsfragen, zugreifen können. Und schließlich entstehen durch den technologischen Austausch mit allen Partnern im Zentrum weitere Synergieeffekte.“

Neuer COMET-Call als Chance für weitere Kooperationen
„Kooperation wirkt – deshalb unterstützt das Land Tirol auch die laufende Ausschreibung für neue COMET-Projekte der FFG“, informiert LRin Patrizia Zoller-Frischauf und rät Tiroler Unternehmen: „In Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen können Innovationen effektiver und effizienter erarbeitet werden als im Alleingang, gerade KMUs sollten sich diese Chance einer Beteiligung nicht entgehen lassen.“ Bis zum 8. November 2017 können im Rahmen des neuen COMET-Calls Anträge bei der FFG eingebracht werden. Interessierten Tiroler Unternehmen steht die Standortagentur Tirol beratend zur Seite und bindet diese an passende Wissenschaftspartner und Konsortien aus ganz Österreich an. Neben den Cofinanzierungen des Landes Tirol für das COMET-Programm wickelt die Standortagentur Tirol auch die Ausschreibungen für Landeskompetenzzentren im Programm EFRE K-Regio ab. Aus der letzten Ausschreibung im Programm EFRE K-Regio sollen schon im Herbst 2017 mindestens drei weitere Forschungsverbünde zur Förderung bewilligt werden.

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