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WK-Präsident Jürgen Bodenseer, GF Tyrol Air Ambulance Carolin Porcham, Vorsitzende von Frau in der Wirtschaft Tirol Martina Entner, Bundesministerin für Familie und Jugend Sophie Karmasin, Kabarettistin, Bestsellerautorin und „Managerin 2000“ Ingeborg Rauchberger und Professor Wolfgang Mazal (v. l.).

„Oh, ich bin nicht perfekt!?“: Kinderbetreuung und Familie sind nicht nur Frauensache!

07. November 2014 | 13:13 Autor: Frau in der Wirtschaftt Tirol

Innsbruck (A) „Ich werde oft gefragt: Warum greift Frau in der Wirtschaft immer wieder das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf? Ich wäre froh, wenn ich nicht mehr über dieses Thema reden müsste. Denn das würde bedeuten, dass jede Familie in Tirol frei wählen kann, wie sie die Kinderbetreuung gestaltet. Doch dem ist leider nicht so“, erklärte die neue Landesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft, Martina Entner, beim Tag der Frau in der Wirtschaft im Congresspark Igls, der unter dem Motto „Oh, ich bin nicht perfekt!?“ stand.

In den letzten Jahren habe sich zwar viel geändert, dennoch bestehe, vor allem im ländlichen Bereich, noch großer Aufholbedarf. „Es gibt in ganz Tirol keine einzige Kinderkrippe, die am Samstag geöffnet hat. Es gibt insgesamt nur elf Krippen, die vor sieben Uhr öffnen und weit mehr als die Hälfte schließt um 17 Uhr“, nennt Entner einige Fakten und betont: „Kinderbetreuung und Familie sind nicht nur Aufgaben der Frauen!“ Es sei die Aufgabe von Politik und Wirtschaft, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen.

Und auch WK-Präsident Jürgen Bodenseer stellte klar: „Es geht nicht um Quoten, sondern um Menschen. Wir dürfen Menschen nicht in Schubladen stecken, es ist die eigene Persönlichkeit, die zählt.“ Die Wirtschaftskammer, so der Präsident, werde sich weiter für die Anliegen von Frauen in der Wirtschaft einsetzen, etwa für faire Lohne. „Gleiche Leistung muss gleich entlohnt werden.“
 
Familienministerin Sophie Karmasin legte bei der Podiumsdiskussion ihr ambitioniertes Ziel dar, Österreich innerhalb der nächsten zehn Jahre zum familienfreundlichsten Land Europas zu machen. Carolin Porcham, GF der Tyrol Air Ambulance, zweifache Mutter und Tirolerin des Jahres in der Kategorie Kind und Karriere, berichtete von den täglichen Herausforderungen, geeignete Betreuung für ihre Kinder zu finden. Und Martina Entner stellte klar: „Die Qualität in den Tiroler Einrichtungen stimmt, aber es mangelt an Quantität, Flexibilität und bei den Öffnungszeiten.“
 
Universitätsprofessor Wolfgang Mazal erklärte in seinem Vortrag, dass Familienfreundlichkeit eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit sei. Und Kabarettistin, Bestsellerautorin und Managerin des Jahres 2000, Ingeborg Rauchberger, zeigte dem ausgebuchten Saal auf humoristische Weise, dass 80 Prozent besser sind als 100. „Die einfachsten Dinge werden furchtbar kompliziert, wenn man sie perfekt machen will. Perfektion ist eine Karrierefalle und Energiefresser. Und: Es gibt nichts Besseres als etwas Gutes.“
 
 

    Wirtschaftskammer Tirol | Frau in der Wirtschaft

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